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"Petra von Kant" - Foto: Jörg Landsberg



„Die bitteren Tränen der Petra von Kant“

Premiere am 10.10.2008 im Bremer Brauhauskeller

Mich haben Irene Kleinschmidt (Petra) und Christoph Rinke (Marlene) begeistert.
Eine gelungene Inszenierung von Mirja Biel, am Freitag, den 10.10.2008
Herzlichen Glückwunsch dazu!

Nachfolgend keine *Kritik* der Aufführung bzw. des Stückes,
sondern eine Spiegelung bzw. Reflektion der Gefühle,
die die Thematik der Inszenierung bei mir ausgelöst hat:

Warum hat Liebe immer einen so bitteren Beigeschmack….was ist Liebe

Mit „Petra von Kant“ hat Rainer Werner Fassbinder die Beziehung zwischen Liebe und Macht auf die abhängige Frau gelenkt. Aber aus meiner Sicht ist Abhängigkeit geschlechtsneutral. Die zwanghafte Suche nach der Person, die die Leere im eigenen Leben ausfüllt, wird oft als Suche nach Liebe bezeichnet. Es wird jemand gesucht mit dem man das Erreichte, das Leid und die Einsamkeit teilen kann.

In „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ wird deutlich, das die vermeintliche Liebe oft nur einseitig ist bzw. von jedem anders definiert. Die „Liebe“ bezieht sich nicht auf die Person selbst, sondern auf das was gerade verkörpert wird. Selbst Marlenes bedingungslose, aufopfernde Liebe zerstört sie am Ende. Sie macht sich selbst abhängig und versucht die Abhängigkeit auf Petra zu übertragen. Petra vermittelt hingegen den Schein der Abhängigkeit, aber nicht aus Liebe sondern…“der Sekretärin ihres Lebens“….

Als Petra die schöne Karin kennenlernt, glaubt sie jemand gefunden zu haben, der zu ihren Ansprüchen passt bzw. dahingehend geformt werden kann. Für sie ist es Liebe….Karin erwidert diese Liebe auf ihre Art….sie will ohne viel Aufwand Karriere machen. Petra kommen die magischen 3 Worte „Ich liebe dich“ leicht über die Lippen, während Karin sich mit dieser Aussage schwertut. Kommt einem irgendwie bekannt vor…. sie spricht von ich mag dich, ich hab dich lieb, also mit einem Wort: du bist ganz „nett“ Dies reicht Petra nicht, Sie braucht das Wort Liebe (auch in Form von Lüge), von dieser Hoffnung zehrt sie und zerstört sich damit selbst. Erst als Karin sieht, das Sie beruflich am Ziel ist und wer ihr das ermöglicht hat, kommen ihr die Worte „ich liebe dich“ sehr leicht über die Lippen. Hier wird deutlich das es sehr unterschiedliche Definitionen von Liebe gibt…und meistens passen sie nicht zusammen.

Mein Fazit:
Die vermeintliche Leere kann nicht mit Gewalt gefüllt werden. Die bedingungslose, aufopfernde, selbstzerstörende „Liebe“ ist nicht lebensfähig. Liebe ist ein vermeintlich großes Wort für die Vielfalt der Gefühle. Für Viele ist Sympathie schon Liebe. Eine Beziehung kann aus meiner Sicht nur bei einer relativ ausgeglichen Abhängigkeit funktionieren. Ob es Liebe ist, kann nur jeder für sich selbst entscheiden – denn wie definiert sich Liebe – ich weiß es immer noch nicht. Das WORT Liebe hat für mich immer noch einen leicht bitteren Beigeschmack, dies hat sich gestern bei „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ gezeigt.

Christine Stukenborg
Blickwinkel Kultur-Magazin
11.10.2008

Anmerkung ( aus der Diskussion zwischen mir und meinem Lebensgefährten )
ICH: der Begriff LIEBE die Formulierung Ich liebe Dich (fast) immer als Waffe benutzt - um den Partner zu beruhigen, zu loben oder zu besänftigen
ER: es wäre schön, die magischen Worte mal wieder zu hören - sie immer nur vorgelebt zu bekommen, reicht manchmal nicht
UNSER FAZIT: Der **Krieg** geht weiter

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Besetzung
Inszenierung Mirja Biel
Bühne und Kostüm Nele Dörschner
Musik Jörg Zboralski
Petra von Kant Irene Kleinschmidt
Gabriele von Kant/ Karin Thimm Johanna Geißler
Marlene Christoph Rinke
Valerie von Kant Carla Becker

weitere Veröffentlichungen:
LIVE-PR

E.N.A. European News Agency




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