Premiere II "Salome" von Richard Strauss
Bei den nachfolgenden Zeilen handelt es sich NICHT um eine klassische OPERN-Kritik, die überlass ich lieber den (mehr oder weniger) professionellen Kritikern der Tagespresse. Es geht mir nicht darum, ob alle Töne richtig getroffen wurden, alle Charaktere richtig besetzt sind, sondern vielmehr um den Gesamteindruck den der Abend bei mir hinterlassen hat – also:
Es ist Freitag, der 19.09.2008….ca. 19.30 Uhr…..meine Begleitung und ich haben sich in Schale geworfen, um an dem großen Ereignis – der Premiere II zu „Salome“ von Richard Strauss teil zu haben. Zur Einstimmung gingen wir auf einen Cocktail ins Theatro im Goethe Theater – aber wo waren die Opernbesucher – zumindest waren Sie nicht an der Kleidung zu erkennen. Es scheinen 90% der Opernbesucher inkognito unterwegs zu sein – aber warten wir, bis wir das Theater Foyer betreten.
Wir sind sehr gespannt, noch mehr als wir die ersten Kritiken zur Premiere I von „Salome“ vernommen hatten.
Nun ist es endlich soweit und wir betreten das Theater Foyer – die festliche Stimmung will aber immer noch nicht so richtig aufkommen und das liegt nicht an der Vorbereitung für die Vorführung – es ist sehr schön zu Beginn durch die Galerie zu schlendern und sich mit den Werken von Christian Ludwig Attersee auf die Oper ein zu stimmen.
Ich schweife etwas ab, wollte ich doch noch etwas zu der „festlichen Stimmung“ los werden: liegt es an den Bremern, das so ein wichtiger Abend nicht mit entsprechender Kleidung gewürdigt wird – oder ist es die allgemeine Tendenz zu Alltagskleidung – die teilweise nicht frisch aus dem Schrank kommt bzw. an den überproportional angetroffenen ausgelatschten Schuhen? So gekleidet gehen wir nicht mal die Familie oder Freunde besuchen…. Mit meiner Lieblings Totenkopf-Jeans wäre ich noch schick angezogen gewesen…aber wenden wir uns jetzt dem Haupt-Ereignis zu….
Wie schon gesagt, die Einstimmung war ein Genuss und dann noch die Schauspieler in Ihren Kostümen, die sich in der Galerie unter das Publikum mischten, das war eine wirklich blendende Idee – zumindest für uns Betrachter. Ich hatte die Möglichkeit mit einem Akteur zu sprechen – auch für die Schauspieler war es eine neue Erfahrung – auf der Bühne ist die Distanz zum Publikum gegeben – hier mittendrin. Kommentar des Akteurs: „Es ist wie auf dem Laufsteg, man wird so angestarrt – mir fehlen die Lichter, wir sind es gewohnt angestrahlt zu werden“ und die Arbeit mit der Regisseurin Susanne Kristin Gauchel und dem Co-Regisseur Christian Ludwig Attersee sei sehr angenehm gewesen – weiter sind wir leider nicht gekommen, da ertönte schon den Gong.
Gott sei Dank ist es möglich die Umgebung auszublenden und sich ganz dem folgenden Ereignis zu widmen.
Zu Beginn hatte ich den Eindruck, dass sich die Schauspieler erst etwas warm „spielen und singen“ mussten, aber es wurde ein Genuss. Meine Bewunderung gilt der Regisseurin Susanne Kristin Gauchel – eine aus meiner Laien-Sicht gelungene Verknüpfung von klassischen und modernen Elementen. Meine anfängliche Skepsis gegenüber der Einbindung der Werke von Christian Ludwig Attersee, wurde in positive Überraschung verwandelt. Die projizierten Bilder harmonierten hervorragend mit den Szenen – nur die spätere Überlappung der Werke - war aus meiner Sicht leider zu viel des Guten. Vielleicht hat sich mir hier der tiefere Sinn/Zusammenhang nicht zu recht erschließen wollen.
Die Bremer Philharmoniker unter der Leitung vom GMI Markus Poschner rundeten die Gesamt-Inszenierung mit hervorragender Leistung ab. Leider gingen die Gesangsmomente teilweise im Spiel des Orchesters unter. Es war insgesamt eine sehr gute Inszenierung – aber in meinen Augen steckt noch mehr Potenzial in den Akteuren. Das Publikum war begeistert – dies konnte man dem Abschluss-Beifall eindeutig entnehmen.
Dies ist nur der Eindruck eines Laien – deshalb kann ich auch nur meinen Gesamteindruck weitergeben und dieser war nicht so ganz Rund – viel hat dazu das Bremer Publikum beigetragen. Vielleicht kann man ja auch im Theater – zumindest bei Premieren wieder die Kleiderordnung einführen. Ich würde es mir wünschen, Kleider machen nicht nur Leute sondern können auch für eine ganzvolle Stimmung sorgen – denn die hat mir an diesem Abend sehr gefehlt.
Noch eine kleine Anmerkung zum Schluss – bei der Premiere I am 14.09.2008 war etwas mehr Flair zu erkennen, zwar auch nur im Großen und Ganzen – aber immerhin ein positives Zeichen.
Also liebe Theater-Besucher – zeigt den Akteuren auch mit eurer Kleider die Achtung für Ihr Können – nicht nur mit eurer Anwesenheit. Rundet auch für Euch und den restlichen Besuchern den Abend - mit entsprechendem Stil - ab. Nur so kann ein solcher Abend einen gelungenen Gesamteindruck hinterlassen, an den man sich gerne erinnert und der nach mehr schreit…. Eure Stuki Blickwinkel Kultur-Magazin „Christine Stukenborg“ 20.09.2008
Rezension schreiben
Besetzung
Tänzerin Charlotte Cordes Antina Behrens Alexandra Schewelewa Anne van Poppel 3. Jude Tadahiro Masujima 5. Jude Michael Brieske 4. Jude Jae Il Kim 1. Nazarener Kai-Uwe Fahnert Narraboth Jared Rogers Herodes Patrick Jones Salome Kelly Cae Hogan Ein Page Nadja Stefanoff Musikalische Leitung Markus Poschner Tänzerin Marthe Römer 1. Jude Thomas Scheler Ein Cappadocier Krzysztof Oskwarek 2. Jude Joel Weiß Tänzerin Lucia Davenport 2. Nazarener Viktor Gukov 2. Soldat Franz Becker-Urban Ein Sklave Maja Gabriel 1. Soldat Loren Lang Herodias Fredrika Brillembourg Jochanaan Jochen Kupfer
weitere Veröffentlichungen: LIVE-PR
E.N.A. European News Agency
|